Der Wolfsspitz


 

Der Wolfsspitz - ein Familienhund von Britta Schweikl

 

Im Herzen Europas werden Wolfsspitze seit Jahrhunderten als aufmerksame, unbestechliche Wachhunde und ständige Begleiter der ganzen Familie gezüchtet. Ihr attraktives Äußeres und ihre Treue haben ihnen zu einem großen Freundeskreis rund um den Globus verholfen. Trotzdem sind Wolfsspitze immer noch eine Art "Geheimtipp" unter den Hunderassen. Sie waren immer da, bescheiden und unauffällig, geschätzt und gelobt, aber nie eine Moderasse.

 

Liebhaber empfinden den Wolfsspitz als einen gefällig und außergewöhnlich aussehenden Hund. Er ist mittelgroß (49+/- 6 cm) und kurz gebaut.  Durch seine stolze Haltung erweckt er das Bild kraftvoller Eleganz, das unterstrichen wird durch die über den Rücken getragene buschige Rute.

 

Der ausdrucksvolle Kopf mit den spitz getragenen Dreieckohren verleiht dem Wolfsspitz das typisch kecke Aussehen. Ein Wolfsspitzgesicht macht immer einen aufmerksamen, intelligenten und etwas spitzbübischen Eindruck, nicht zuletzt wegen der eigentümlichen Gesichtszeichnung, die, mehr oder weniger ausgeprägt, eine Maske oder Brille im Augenbereich formt.

 

Das üppige Haar ist relativ pflegeleicht, da stark schmutz abweisend und geruchlos. Aus der dichten Unterwolle, welche den Hund nicht nur vor Kälte, sondern auch vor Nässe und Hitze schützt (und die man sogar verspinnen kann), steht das lange Deckhaar ab und verleiht dem Wolfsspitz so das charakteristische Aussehen. Wolfsspitze sind eine "natürliche" Rasse. Das Fell braucht keinen Hundesalon und nimmt es nicht weiter übel, wenn es einmal eine Woche lang keine Bürste sieht.

 

Das Fell bildet einen richtigen Kragen um den Hals, der besonders bei Rüden aussieht wie eine Löwenmähne. Typisch ist auch die Behaarung am Hinterteil, die man "Hosen" nennt. Mähne und Rute sind heller gefärbt, am Rücken können Wolfsspitze einen fast durchgehend schwarzen Sattel haben. Es gibt aber recht große individuelle Unterschiede.

 

Die Anhänglichkeit des Wolfsspitzes bezieht sich nicht bloß auf eine Person. Viele Besitzer berichten, dass ihr Hund erst dann wirkliche Zufriedenheit zeigt, wenn die ganze Familie zu Hause ist. Wolfsspitze sind, so hat man oft den Eindruck, umso glücklicher je größer ihr Rudel ist. Mit anderen Hunden kommen sie gut aus. Voraussetzung ist dabei natürlich, dass der Mensch die Rangordnung der Hunde untereinander kennt und akzeptiert.

 

Wolfsspitze und Kinder sind oft ein eingeschworenes Team. Zwischen ihnen bestehen offenbar unsichtbare Beziehungen, die wir Erwachsene nicht nachvollziehen können. Die Kleinen werden von dem pelzigen kuscheligen Gefährten unwiderstehlich angezogen. Wolfsspitze sind zu groß, als dass Kinder sie herumtragen oder -zerren könnten, und doch auch wieder klein genug dafür, dass etwas ältere Kinder mit ihnen problemlos spazieren gehen können. Auch die Wesensart der Wolfsspitze, die Nähe ihrer Leute zu suchen, ohne aufdringlich zu sein, kommt Kindern sehr entgegen. Oft laufen Wolfsspitze kleinen Kindern überall hin nach, nur um in ihrer Nähe zu sein. Für die Kleinen ist er so etwas wie ein Bodyguard - der eigene "Wolf" - und wer hätte so einen nicht gerne?

 

Jegliche Art von Lernen bereitet dem Wolfsspitz Freude. Er ordnet sich dadurch gut in das Familienleben ein. Er ist auch gut im Hundesport, und es gibt nichts Schöneres, als wenn die Schäferhundleute das neidlos anerkennen müssen.

Literaturhinweis:

Dieses Buch erzählt von der Geschichte des Wolfsspitzes, den Anfängen und dem Aufbau der Zucht bis zur Gegenwart, und behandelt ausführlich die Themen Haltung und Pflege. Viele ansprechende Fotos der schönsten Rassevertretern aus der ganzen Welt sowie historische Aufnahmen illustrieren dieses wirklich umfassende Buch über den Wolfsspitz.

 

 

Der Wolfsspitz von Britta Schweikl                      

 

ISBN-Nr. 3-900963-43-6